Wir und die Stadt

Kooperationen mit der Stadt Aachen und ihren Bürgern sind für die RWTH-Informatik selbstverständlich. Hier als Beispiel einige Initiativen des Lehrstuhls Informatik 10 (kurz „i10“) für Medieninformatik und Mensch-Computer-Interaktion von Prof. Dr. Jan Borchers:

2006 plante die Stadt Aachen ein Ausstellungszentrum „Bauhaus Europa“. Hierfür stellte der i10 in seiner mehrwöchigen Ausstellung Bauhaus Alpha (hci.ac/bauhaus) im Internationalen Zeitungsmuseum vorhandene interaktive Exponate und neue Ideenskizzen für das Zentrum vor.

2009 entwickelte der i10 für das Bauhaus-Folgeprojekt „Route Charlemagne“ dann mit dem Aixplorer (hci.ac/aixplorer) für das Aachener Rathaus nicht nur einen der ersten mobilen Audioguides, die automatisch den aktuellen Raum erkennen, sondern auch gleich eine ganze Reihe interaktiver Exponate: Am interaktiven Friedenstisch (hci.ac/aachenerfrieden) im Friedenssaal konnten Besucher mit „smarten“ Holzklötzen die komplexen Verflechtungen rund um den dort geschlossenen Aachener Frieden von 1748 explorieren. Im Krönungssaal ließ sie das weltweit erste Audio-Augmented-Reality-Exponat mit dem damals noch unbelasteten Projektnamen Corona (hci.ac/corona) auditiv an einem Krönungsfestmahl teilnehmen, das dort vor Jahrhunderten stattfand. Ein touchbasiertes interaktives Fotoalbum zeigte die Geschichte des Rathauses. Bis heute in Betrieb, sowohl im Rathaus als auch bei der Karlspreisstiftung, sind die Karlspreisstelen (hci.ac/karlspreis), an denen sich Besucher über die Karlspreisträger und Hintergründe jeder Verleihung informieren können – sie ersetzten eine recht unordentlich wirkende Sammlung von Portraits an den Wänden des Rathauses.

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Der Friedenstisch (hci.ac/aachenerfrieden) im Aachener Rathaus.

Ebenfalls 2009 eröffnete der i10 Deutschlands erstes Fab Lab (hci.ac/fablab), in dem Bürger der Region bis heute jede Woche (wenn nicht gerade Pandemie ist) kostenlos und hands-on 3D-Druck, Lasercutting, Microcontroller und andere Techniken der Digitalen Fabrikation kennenlernen und für eigene Projekte nutzen können: Smart Citizens für die Smart City Aachen. Im selben Jahr startete auch das Aachen Maker Meetup (hci.ac/amm) (anfangs Dorkbot), das interessierte Maker der Region bis heute jeden Monat zum Ideenaustausch zusammenbringt.

Als die Stadt 2014 das Centre Charlemagne eröffnete, entwickelte der i10 den mobilen CentreGuide (hci.ac/centreguide) für das Museum, der als eines der ersten Systeme weltweit iBeacon-Tracking für die kontinuierliche Ortung des Besuchers im Innenbereich nutzte.

Durch den Erfolg der mobilen Guide-Apps durfte der i10 2017 auch für das Future Lab Aachen die Future Lab Aachen App (FLApp) (hci.ac/flapp) entwickeln, einen Rundgang durch Aachen mit dem Schwerpunkt auf wissenschaftlichen Durchbrüchen und Innovationen made in Aachen. Die App für iOS und Android wird seitdem erfolgreich gepflegt und von der Stadt beworben.

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Liste der Stationen im Wissenschaftsrundgang der FLApp (hci.ac/flapp).

In diesem Jahr intensivierte sich auch die Zusammenarbeit mit dem Gründungswettbewerb ac2 der GründerRegion Aachen mit der Stadt als einem Träger. Der i10 entwickelte 2017 einen Roboter-Unternehmerparcours (hci.ac/parcours) für die Preisverleihung und bot 2019 mehrere Gründer-Workshops Digitale Fabrikation (hci.ac/ac2) für ac2-Gründer und ihre Mentoren an.

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Gründer informieren sich über 3D-Druck beim ac2-Workshop (hci.ac/ac2).

Als 2020 zu Beginn der Pandemie Visiere und andere Hilfsmittel fehlten, initiierte der i10 mit fightcorona.ac (hci.ac/fightcorona) ein regionales Netzwerk von Forschern, Entwicklern, Unternehmen und Makern, in dem rasch und unbürokratisch im direkten Dialog mit Krankenhäusern und anderen systemkritischen Einrichtungen iterativ Lösungen entwickelt, optimiert und gefertigt wurden – dank digitaler Rapid-Prototyping-Technologien wie Lasercutting und 3D-Druck.

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Henric Stönner, Mitgründer des Startups Laserkatze, mit dem „Aachen Shield“ aus der Initiative fightcorona.ac (hci.ac/fightcorona).

2020 eröffnete das Centre Charlemagne eine Wechselausstellung zu Karl V. Der i10 verwandelte zu diesem Anlass den CentreGuide (hci.ac/centreguide) vom Ausleihgerät zur App für das besuchereigene Smartphone, die seitdem auch durch diese und weitere Wechselausstellungen führt – und auch später die Möglichkeit bietet, vergangene Wechselausstellungen zu explorieren, wie beispielsweise die Ausstellung 150 Jahre RWTH (hci.ac/150) im Centre 2021/22.

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Der CentreGuide (hci.ac/centreguide) ist die App für Besucher des Centre Charlemagne.

2022 schließlich sah auch den Abschluss des Projekts Terra Mosana (hci.ac/terramosana), in dem der i10 gemeinsam mit dem Computergrafik-Lehrstuhl von Prof. Leif Kobbelt eine iOS-App für eine virtuelle Reise durch den 3D-gescannten Aachener Dom entwickelte.