Foodprinter

Das PRO7-Wissenschaftsmagazin Galileo war in unserem Fab Lab zu Besuch und hatte Hunger mitgebracht. Auf Wunsch des Moderators haben wir eine falsche Schildkrötensuppe mit Schildkröten aus Maismehl gekocht.


Hier geht's zum TV-Beitrag. Der RWTH-Teil beginnt bei 9'10"; für die falsche Aussprache der "RWTH" ist Galileo verantwortlich. :) Ausstrahlung: "Kochen 2.0", Galileo-Magazin, PRO7, Donnerstag, 9.2.2012.



Einer unser 3D-Drucker druckt eine essbare Schildkröte aus Teigmasse (Originalgeschwindigkeit).


Die Schildkröten wurden mit einem Makerbot Cupcake CNC 3D Drucker gedruckt. Das Gerät baut ein beliebiges Objekt aus einer 3D-Datei Schicht für Schicht auf. Normalerweise werden 3D Drucker mit ABS-Kunststoff verwendet.

Da Plastik allerdings nicht schmeckt, haben wir den Druckkopf gegen einen sogenannten Frostruder ausgetauscht. Dabei handelt es sich um eine Spritze, in die beliebige Materialien gefüllt werden können, welche dann mit Druckluft sehr präzise dosiert durch eine feine Nadel gespritzt werden. Für die Schildkröten haben wir einen einfachen Teig aus Maismehl und Wasser hergestellt. Dabei ist darauf zu achten, dass er weder zu fest noch zu flüssig ist.

Rezept für den Teig:

  • 100g Masa Harina Maismehl
  • 250ml Wasser

Die Zutaten gut verrühren, am besten mit einem elektrischen Rührstab oder einer geeigneten Bohrmaschine.


Der Teig muss dann ohne Lufteinschlüsse in die Spritze gefüllt werden. Dazu gibt es hier eine gute Anleitung.
Für unseren Teig haben sich folgende Einstellungen bewährt:
  • 40PSI Luftdruck am Kompressor
  • Weisse Nadel (gauge 17 - 1.15mm)
  • Feedrate 5000 mm/min
  • 1.7mm Schichtstärke

Den G-Code für den 3D-Drucker erzeugen

Der 3D-Drucker erwartet Befehle in einer besonderen Sprache, dem sogenannten G-Code. Dieser kann mit verschiedenen Programmen erzeugt werden. Wir verwenden ReplicatorG.
Mit dieser Software ist es möglich, 3D-Daten im STL-Dateiformat zu laden und daraus passende Befehle für den Makerbot 3D Drucker zu erzeugen. Außerdem steuert ReplicatorG den gesamten Druckvorgang.

Die 3D-Daten (im STL-Format) für die Schilfkröte finden wir im Internet: http://www.thingiverse.com/thing:4178

Wer sich nicht weiter mit ReplicatorG und den Besonderheiten für den Frostruder auseinander setzen möchte, der kann folgende Datei mit passendem G-Code verwenden:

Der Ausdruck einer Schildkröte dauert 27 Sekunden. Wir empfehlen, die Teig-Schildkröten etwa 15 Minuten bei 180 Grad Celsius zu backen bevor sie in die Suppe geworfen werden.

Die gebackene Schildkröte sieht etwa so aus:






Created by bohne. Last Modification: Friday 10 of February, 2012 18:06:42 by borchers.

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